PM 30.08.2012

„VIELFALT ERWÜNSCHT?!“
KOOPERATIONSVERBUND JUGENDSOZIALARBEIT STELLT ZUM BEGINN DES NEUEN AUSBILDUNGSJAHRES HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN VOR, DAMIT ALLEN JUNGEN MENSCHEN – MIT ODER OHNE MIGRATIONSHINTERGRUND – EINE AUSBILDUNG GELINGT

Berlin, 30. August 2012. Junge Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland überdurchschnittlich häufig von sozialer Benachteiligung und Bildungsarmut betroffen. Selbst bei gleicher Eignung haben Jugendliche mit Migrationshintergrund es erwiesenermaßen schwerer, einen Ausbildungsplatz zu finden. „In Bewerbungsprozessen werden Jugendliche mit Migrationshintergrund leider immer noch zu häufig nach hinten sortiert“, so Walter Würfel, Sprecher des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit. „Diese Benachteiligung muss beim Namen genannt und beendet werden.“

Seit Jahren wechselt die Mehrheit aller Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht direkt in eine Ausbildung, sondern zuerst in die berufsvorbereitende Förderung. Der aktuelle Indikatorenbericht der Bundesregierung zeigt: Langfristig bleiben 31,6 % der jungen Menschen mit Migrationshintergrund ohne qualifizierten Berufsabschluss – mehr als doppelt so viele wie bei den Jugendlichen ohne Einwanderungsgeschichte (14,9 %).

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit setzt sich gegen Diskriminierung sowie für ausreichend Ausbildungsplätze und passende Förderinstrumente ein und hat dazu am 30. August in Berlin Handlungsempfehlungen vorgestellt, um der fortbestehenden Benachteiligung junger Frauen und Männer mit Migrationshintergrund bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu begegnen.

„Mit unseren Empfehlungen möchten wir konkrete Verbesserungsvorschläge geben und dazu beitragen, endlich Chancengerechtigkeit beim Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt für alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen“, so Walter Würfel.

Das Positionspapier „Ausbildung für alle jungen Menschen: Diskriminierung beenden – Vielfalt fördern“ finden Sie unter www.jugendsozialarbeit.de/stellungnahmen

Im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit haben sich die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS), die Bundesarbeitsgemeinschaft örtlich regionaler Träger der Jugendsozialarbeit (BAG ÖRT), DER PARITÄTISCHE Gesamtverband (DER PARITÄTISCHE), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Internationale Bund (IB) zusammengeschlossen. Sein Ziel ist es, die gesellschaftliche und politische Teilhabe von benachteiligten Jugendlichen zu verbessern.

Pressemitteilung (474kB) 

Weitere Informationen:
Chancengerechtigkeit

Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Annika Koch
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit


Chausseestr. 128/129
10115 Berlin
Tel. 030 / 288 78 95-9
Fax 030 / 288 78 95-5

E-Mail: Annika Koch