2011

Positionen und Stellungnahmen 2011

„Die Berufseinstiegsbegleitung als Regelinstrument der Integrationsförderung – Aktuelle Handlungsbedarfe und Hinweise zu einer verbesserten Umsetzung“
Positionspapier des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Die Berufseinstiegsbegleitung ist mit der aktuellen Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente als neues Instrument in den Gesetzeskatalog des SGB III aufgenommen worden. Neben offenen Fragen zur finanziellen Absicherung der Berufseinstiegsbegleitung sieht der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit dabei verschiedene Probleme in der praktischen Umsetzung sowie in den Vergaberichtlinien und zeigt konkrete Veränderungsbedarfe auf.

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit begrüßt sehr, dass die Berufseinstiegsbegleitung zukünftig zu einem Regelinstrument der Arbeitsförderung wird. Mit der gesetzlichen Verankerung ist allerdings die flächendeckende und kontinuierliche Fortsetzung dieser wichtigen Unterstützung für junge Menschen auf dem Weg in den Beruf keineswegs gesichert. Aktuell sind Fragen der Finanzierung der Berufseinstiegsbegleitung nicht geklärt: Ab Sommer 2012 kann diese Begleitung nur umgesetzt werden, wenn neben der Bundesagentur für Arbeit (BA) andere Beteiligte mit mindestens 50 % in die Finanzierung einsteigen – hier ist vor allem an die Bundesländer gedacht. Aktuellen Informationen zufolge kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass dieses Modell rechtzeitig zustande kommt – die Fortführung der schon installierten Berufseinstiegsbegleitung an über 1.000 Schulen ist somit in Frage gestellt.

Positionspapier (465kB)

Weitere Informationen:

Berufseinstiegsbegleitung


„Die Zeit für den Ausbau der Schulsozialarbeit ist jetzt!“
Jugendsozialarbeit sieht Regelungs- und Handlungsbedarf, damit zusätzliche Bundesmittel gezielt zur besseren Förderung und Teilhabe junger Menschen eingesetzt werden
Positionspapier des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit setzt sich seit langem für den Ausbau und die Absicherung der Schulsozialarbeit ein. Die Notwendigkeit des Ausbaus wird nicht nur von den Schulen, der Jugendhilfe, von Eltern und Schülern/‐innen herausgestellt – er wird auch von der Politik in Bund und Ländern bejaht. Dennoch gibt es viele Schulen, die nach wie vor ganz ohne dieses sozialpädagogische Angebot auskommen müssen. Häufig sind die Fachkräfte in der Schulsozialarbeit nur befristet beschäftigt – abgesicherte Strukturen fehlen in den meisten Ländern und Kommunen.

Nachdem sich Bund und Länder im Februar – im Rahmen des weiteren Vorgehens bei den Hartz‐IV‐Regelsätzen – darauf verständigt haben, dass der Bund bis zum Jahr 2013 eine Summe in Höhe von 400 Millionen Euro jährlich für die verstärkte Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stellt, sollen nun unter anderem rund 3.000 neue Stellen für die Schulsozialarbeit geschaffen werden. Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit begrüßt und unterstützt den inzwischen bundesweit zu verzeichnenden Ausbau der Schulsozialarbeit, sieht aber nach wie vor Regelungs‐ und Handlungsbedarf im Hinblick auf den bedarfsgerechten Einsatz der zusätzlichen Bundesmittel.

Positionspapier (447kB)

Weitere Informationen:

„Zum aktuellen Stand des Ausbaus der Schulsozialarbeit – Update September 2011“

Informationspapier (258kB)

Ausbau der Schulsozialarbeit


„Ausbildung (wieder nicht) für Alle?“
Stellungnahme des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit zum
Berufsbildungsbericht 2011

Die Bundesregierung kommt im Berufsbildungsbericht 2011 zu einer insgesamt

positiven Bewertung der Situation am Ausbildungsstellenmarkt: Die

Ausbildungslage habe sich weiter verbessert, weil mehr betriebliche Ausbildungsplätze angeboten werden und demografiebedingt weniger Jugendliche eine Ausbildungsstelle suchen.

Die Jugendsozialarbeit teilt das positive Fazit des Berichts nicht. Viele Probleme und Benachteiligungen am Ausbildungsmarkt haben sich seit Jahren

verfestigt und bestehen unverändert fort. Die sieben Bundesorganisationen,

die sich gemeinsam im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit für die Teilhabe benachteiligter junger Menschen einsetzen, nehmen deshalb im Folgenden Stellung zu den zentralen Aussagen im Berufsbildungsbericht 2011 und benennen die wesentlichen Handlungsbedarfe aus Sicht der Jugendsozialarbeit.

Stellungnahme (434kB)

Weitere Informationen:

Ausbildung für alle


Gesetzentwurf zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt
Stellungnahme des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Wie schon bei vorangegangen Instrumentenreformen, nimmt der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit erst allgemein zum aktuellen Gesetzentwurf und danach zu konkreten Regelungen Stellung. Im Fokus steht dabei die Fördersituation junger Menschen, die auf dem Ausbildungs‐ und Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Grundlage unserer Bewertungen und Vorschläge sind die umfassenden Erfahrungen in der praktischen, bundesweiten Umsetzung der bisherigen Instrumente und Maßnahmen im SGB II und III durch die Träger der Jugendsozialarbeit, die zudem durch eigene Untersuchungen des Kooperationsverbundes vertieft und ausgewertet wurden. Hervorzuheben ist die vom IAW Tübingen aktuell vorgelegte „Expertise zur Umsetzung ausgewählter Instrumente des Gesetzes zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene (U25)“.

Stellungnahme (973kB)

Expertise (468kB)

Methodenteil Expertise (361kB)


„Ausgrenzung junger Menschen verhindern – neue Wege in der Förderung gehen und Jugendsozialarbeit stärken“
Situationsbeschreibung und Handlungsempfehlungen für eine gesellschaftliche Integration besonders förderbedürftiger junger Menschen
Positionspapier des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Viel zu viele junge Menschen leben am Rand der Gesellschaft. Sie verfügen

über keinen Schul‐ oder Berufsabschluss, leben in Armut, haben Schulden,

Sucht‐ oder andere psychosoziale Probleme. Einige werden straffällig oder

sind wohnungslos; laut Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gilt dies 2010 für über 24.000 Jugendliche, insbesondere in Großstädten. Die meisten aber sind gar nicht im öffentlichen Raum sichtbar. In der Mehrzahl haben sie bereits mehrere Hilfsangebote durchlaufen und diese häufig durch einen Abbruch beendet. Alle Betroffenen verbinden geringe Zukunftsaussichten auf ein eigenständiges, selbst bestimmtes Leben und ein hohes Risiko, arbeitslos zu bleiben oder zu werden. Insgesamt gelten rund 540.000 Jugendliche und junge Erwachsene als „integrationsgefährdet“, das heißt, es ist sehr ungewiss, ob ihnen zukünftig die Integration in Beruf und Gesellschaft gelingt.

Positionspapier (481kB)


Gesetzentwurf zur Leistungssteigerung der arbeitsmarktpolitischen
Instrumente (Stand 6. April 2011)
Stellungnahme des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Wie schon bei vorangegangen Instrumentenreformen, nimmt der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit erst allgemein zum aktuellen Gesetzentwurf und danach zu konkreten Regelungen Stellung. Im Fokus steht dabei die Fördersituation junger Menschen, die auf dem Ausbildungs‐ und Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Grundlage unserer Bewertungen und Vorschläge sind die umfassenden Erfahrungen in der praktischen, bundesweiten Umsetzung der bisherigen Instrumente und Maßnahmen im SGB II und III durch die Träger der Jugendsozialarbeit, die zudem durch eigene Expertisen und Untersuchungen des Kooperationsverbundes vertieft und ausgewertet wurden.

Stellungnahme (971kB)


Hinweise zur notwendigen Verbesserung und Weiterentwicklung der „Bildungsketten“ mit den Programmen „Berufseinstiegsbegleitung“, „Berufseinstiegsbegleitung – Bildungsketten“ und „Berufsorientierung“
Positionspapier des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Für viele junge Menschen bleibt – trotz Bewerbermangels in manchen Regionen – die Suche nach einem Ausbildungsplatz weiterhin schwierig und oft erfolglos. Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit unterstützt die Bemühungen des Bundesbildungsministeriums, den Übergang zwischen Schule und Ausbildung zu optimieren und dafür im Rahmen des Programms „Bildungsketten“ Mittel für eine praxisnahe Berufsorientierung sowie eine individuelle Übergangsbegleitung zur Verfügung zu stellen. Wir sprechen uns für die Weiterentwicklung und Entfristung der Programme der „Bildungsketten“ aus.

Allerdings müssen die Rahmenbedingungen sowie auch die Abstimmung der Programme untereinander noch dringend verbessert werden. Die Vielzahl unterschiedlicher Angebote muss auf wenige geeignete Maßnahmen reduziert werden, die den pädagogischen Anforderungen für einen kohärenten Förderverlauf entsprechen. Es geht also nicht um eine Reduzierung der Förderaktivitäten, sondern darum, diese effektiver und systematischer einzusetzen, damit durch rechtzeitige und gezielte individuelle Unterstützung sichergestellt wird, dass jungen Menschen der Übergang in den Beruf tatsächlich gelingt.

Positionspapier (457kB)

Kontakt

Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit
Chausseestraße 128/129
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Fax 030 / 288 78 95-5
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