Demokratiebildung

Dokumentation Fachtag „Extremismus und Populismus – Jugendsozialarbeit zeigt Rückgrat!“
am 24. + 25.09.2018 in Berlin

Rund 60 Teilnehmer_innen aus der Praxis der Jugendsozialarbeit und der Kinder- und Jugendhilfe, aus der Wissenschaft und der Jugendpolitik trafen sich am 24. + 25.09.2018 in Berlin, um zu folgenden Fragen zu diskutieren:
Wo fängt Extremismus an, wie sind Extremismus und Populismus verknüpft und vor allem: Welche Möglichkeiten und welche Verantwortung hat die Jugendsozialarbeit, wenn es darum geht, jedem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich frei zu entwickeln und Perspektiven für das eigene Leben aufzubauen?
Hier möchten wir einige der Fachvorträge dokumentieren:

Zum PDF – Vortrag von Frau Dr. Iris Muth (BMFSFJ) – „Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Zum PDF – Auszug eines Fachartikels von Prof.Dr. Kurt Möller (Hoschule Esslingen) zu seinem Vortrag „Extremismus und pauschalierende Ablehnungshaltungen – Definitionen, Erscheinungsweisen, Ursachen und sozialarbeiterische Konsequenzen“

Zum PDF – Vortrag von Herrn Dr. Harald Weilnböck (Cultures Interactive e.V.) „Die Prinzipien von extremismus-präventiven Interventionen der Jugendsozialarbeit – aus der europäischen Arbeit“

Zum PDF – Vortrag von Prof. Dr. Hans-Joachim Schubert (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin) „Rechtsextreme Jugendliche – „Identitätspolitik“ und Soziale Arbeit?“

„Anpfiff für Empowerment – Fachgespräch über Empowerment und Demokratiebildung im Haus der Fußballkulturen“

Am 16. 05. 18 fand unter dem Dach des Kooperationsverbundes im Rahmen des Federführungsthemas  der BAG ÖRT das Fachgespräch „Demokratie verstehen, Teilhabe ermöglichen, Jugend stärken – Empowerment und Demokratiebildung in der Jugendsozialarbeit“, unterstützt von der BAG EJSA, statt. Ein aktuelles Thema bedarf einer zielgruppennahen Location – dem Haus der Fußballkulturen in Berlin. In entspannter Atmosphäre trafen sich 23 Teilnehmer*innen mitten im Prenzlauer Berg, um sich über die Rolle der Jugendsozialarbeit im Bereich der politischen Bildung und Partizipation auszutauschen.

Die Veranstaltung, die in drei Teile – Input, Vernetzen, Output- unterteilt war, öffnete mit fünf Kurzinputs aus der Praxis. Aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Themen Empowerment und Demokratiebildung in der Jugendsozialarbeit berichteten sie von ihrer Arbeit  und auch ihren Konzeptualisierungen  auf die Thematik. Die Praxisbeispiele machten die Teilnehmenden auf facettenreiche Netzwerke, wie den Verstärker (Ruth Grune; bpb) aufmerksam und boten einen Einblick in die aktivistische und politische Bildner*innen-Landschaft, repräsentiert durch Mohammed Jouni (Jugendliche ohne Grenzen) und Berivan Köroğlu von der Amadeu-Antonio-Stiftung (»ju:an – Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit«). Außerdem ließen sich die Teilnehmer*innen inspirieren von den Kurziputs von Söhnke Vosgerau (Fanprojekt Lernzentrum @ Hertha BSC) und David Wildner (Christliches Jugenddorf Deutschland), die einstimmten auf die Arbeitsphase in Gruppen.

Am Nachmittag wurden vier Leitfragen frei und assoziativ von den Kleingruppen bearbeitet. Insbesondere die gute Durchmischung aus Referent*innen, Sozialpädagog*innen und Bildern*innen führte zu einem regen Austausch  zwischen Theorie und Praxis. Welche Strategien, Methoden, Strukturen haben sich als sinnvoll erwiesen und welche Erfahrungen des Scheiterns haben insbesondere die Praktiker*innen gemacht? Ist es nicht widersprüchlich von Demokratiebildung und Empowerment im selben Satz zu sprechen, wenn doch Empowerment Marginalisierte und Demokratie Mehrheit meint? Warum ist es innerhalb der weißen Mehrheitsgesellschaft und ihrer Strukturen schwer zu empowern? Dies waren nur einige kritische Fragen die innerhalb der Arbeitsgruppen diskutiert wurden. Bei einer Sache waren sich am Ende alle einig – wenn wir nach Empowerment fragen, dann müssen wir  auch von power-sharing sprechen!

Die hier nur angerissen Fragen werden in einem Selbstverständnis- bzw. Forderungspapier gesammelt, welches die Ergebnisse dieser Veranstaltung und einen vertieften Blick in die Themengebiete liefern wird.  Die gebündelten Stimmen des Tages werden wir somit transformiert, um daraus konkrete Forderungen an die Politik stellen zu können.

Das Expertengespräch ermöglichte den bundesweiten Austausch von Menschen, der Jugendsozialarbeit, um Demokratiebildung und Empowerment aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Gerade das Verständnis für eine gelungen Empowermentarbeit betrifft benachteiligte Jugendliche, insbesondere Jugendliche mit Migrationsbiographien und/oder of Color in erhöhtem Maße. Deswegen sehen wir diese Veranstaltung als Auftakt für weitere Diskussionen, in diesem Format.

Zum PDF – Fachgespräch über Empowerment und Demokratiebildung mit Bildergalerie


Fotos: Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit (Annemarie Blohm)

Veröffentlichungen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Alle Veröffentlichungen finden Sie hier.