Kohärente Förderung

Der erfolgreiche Übergang von der Schule in den Beruf ist die zentrale Voraussetzung für den beruflichen Erfolg und damit der gesellschaftlichen Integration. Spätestens seit Anfang der 90er Jahre aber finden zu viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz mehr – außerdem gibt es mitten unter uns eine Gruppe junger Menschen, denen der Übergang in eine Ausbildung auf Dauer versperrt bleibt. Mit diesem Stigma sind sie von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen und vom Risiko häufiger Erwerbslosigkeit bedroht.

Auf der Basis seiner umfangreichen Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit mit jungen Menschen sieht der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit die dringende Notwendigkeit, die Entwicklung einer kohärenten Förderung am Übergang Schule-Beruf insbesondere für sozial benachteiligte junge Menschen mit Unterstützungsbedarf zu forcieren. Er hat die Diskussion um die Weiterentwicklung des Fördersystems in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt und sich entschieden, eigene Empfehlungen für eine verbesserte, kohärente Förderung in die öffentliche Debatte einzubringen.


Veröffentlichungen

Beiträge zur Jugendsozialarbeit 1 (3. Auflage, 2016)

„Kriterien und Empfehlungen zur Entwicklung eines Kohärenten Fördersystemsfür junge Menschen am Übergang in den Beruf“ Beiträge zur Jugendsozialarbeit 1, 3. Auflage (2016) (2kB)

Dokumentation

„Ausbildung für alle ermöglichen – Fachkräfteentwicklung und Zukunftssicherung durch kohärente Förderung am Übergang Schule – Beruf“
Dokumentation des Workshop 12 im Rahmen der 17. Hochschultage Berufliche Bildung 2013 in Essen
Dokumentation Workshop 12
Bericht des Workshops des Kooperationsverbunds Jugendsozialarbeit bei den 17. Essener Hochschultagen Berufliche Bildung 13.-15.März 2013
„Zukunft der Arbeit – Arbeit der Zukunft: Berufliche Bildung, Qualifikation und Fachkräftebedarf im Zeichen des demografischen Wandels“ (53kB)

Vorträge:
„Assistierte Ausbildung – Betriebliche Berufsausbildung für chancenarme junge Menschen in Baden-Württemberg
„
Vortrag von Birgit Beierling und Ralf Nuglisch
(Der PARITÄTISCHE Gesamtverband/Der PARITÄTISCHE Baden Württemberg
Vortrag Beierling/Nuglisch (1kB) „Erfolgreich gemeinsam ausbilden (Efa) – Projektvorstellung und Umsetzung von assistierter Ausbildung als tragfähigem Konzept zur Fachkräftesicherung“
Vortrag von Elise Bohlen/Julia Schad (IN VIA Deutschland e.V.)
Vortrag Bohlen/Schad (574kB)

„Qualifizierungsangebote an der Übergangspassage Schule-Beruf – 
Ergebnisse einer Expertise zu Finanzierungsmechanismen im
internationalen Vergleich“
Vortrag von Anna Rosendahl
Vortrag Rosendahl (78kB) „Fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft? – Einführung ins Thema und Vorstellung zentraler
Eckpunkte zu einer kohärenten Förderung junger Menschen“
Vortrag von Ulrike Hestermann (Internationaler Bund)
Vortrag Hestermann (336kB) „Das integrierte Potenzial-Assessment iPASS in beruflichen Orientierungs-, Entscheidungs- und Auswahlprozessen“
Vortrag AWO (2kB) „Wir können niemals alle erreichen…oder doch?“
Befunde zur Exklusion auf dem Arbeitsmarkt – niedrigschwellige Angebote der Jugendsozialarbeit
Präsentation von Achim Wieghardt (BAG KJS)
Präsentation Wieghardt (500kB) „Ausbildungsvorbereitung im Verbund“
Vortrag Pro Beruf GmbH, Hannover (459kB) „Heute abgehängt und morgen hochqualifiziert?“- Befunde zu gelingenden Übergängen in den Arbeitsmarkt und der Perspektive der jungen Menschen
Vortrag von Birgit Reißig
Vortrag Reißig (1kB)„Professionalisierung der Fachkräfte als Querschnittsthema in einem kohärenten Fördersystem“
Vortrag von Walter Würfel
Vortrag Würfel Professionalisierung (285kB)
„Ausbildung für alle“ – Reformbedarfe für die Berufliche Bildung
Vortrag von Walter Würfel
Vortrag Würfel Reformbedarfe (54kB)

Beiträge zur Jugendsozialarbeit 1
„Kriterien und Empfehlungen zur Entwicklung eines Kohärenten Fördersystems
für junge Menschen am Übergang in den Beruf“
Beiträge zur Jugendsozialarbeit (2kB)


Aktivitäten des Kooperationsverbundes

Fachtagung und parlamentarisches Gespräch am 8. November 2011 in Berlin

Demografischer Wandel und prognostizierter Fachkräftebedarf verheißen eine positive Entwicklung auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt – aktuell bleiben jedoch jährlich noch 150.000 junge Menschen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss. Es herrscht Einigkeit über den strukturellen Veränderungsbedarf bei den Übergängen in Ausbildung – strittig sind die Wege dorthin.Am 8. November 2011 stellte der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit seine Empfehlungen zur Diskussion in Berlin den Vertretern/-innen aus Politik, Wirtschaft und Fachöffentlichkeit vor.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass:

  • Übergänge im Jugendalter für alle Jugendlichen kritische Lebensphasen darstellen, in denen sie mehr oder weniger intensiver Unterstützung bedürfen, die Übergangsgestaltung in den Beruf somit eine Daueraufgabe für alle Jugendlichen ist und sozial benachteiligte Jugendliche häufig verstärkte Begleitung benötigen.
  • die Übergangsgestaltung in ein Regelsystem integriert sein muss und kein Sondersystem für sozial benachteiligte Jugendliche herausbilden darf.

Ein Kohärentes Fördersystem erfordert

  • eine Verschlankung der Förderung auf wenige, transparente und zuverlässige Instrumente.
  • die Bereitstellung von Förderstrukturen (anstelle befristeter Einzelmaßnahmen), die flexibel und am Bedarf orientiert Angebote realisieren.
  • eine finanziell und gesetzlich abgesicherte institutionalisierte Steuerung auf kommunaler bzw. regionaler Ebene.
  • verbindliche Rahmenbedingungen – länderübergreifend auf Bundesebene festgelegt und lokal angepasst.

Die vorliegende Expertise konzentriert sich auf die Gruppe der sozial benachteiligten Jugendlichen in den Rechtskreisen des SGB II, III und VIII. Der Kooperationsverbund sieht darüber hinaus die Herausforderung, für alle jungen Menschen – wie etwa für Jugendliche mit Behinderungen oder mit ungesichertem Aufenthaltsstatus – eine verbesserte Förderung sowie einen Zugang zur Ausbildung zu verwirklichen und auch bestehende strukturelle oder rechtliche Hemmnisse abzubauen.

In der Diskussionsrunde am Abend stellten auch BMFSFJ und BMAS ihre aktuellen Aktivitäten zur verstärkten Förderung am Übergang Schule-Beruf vor. Marlene Rupprecht (MdB, SPD) betonte die Notwendigkeit, die Politik verstärkt in die Pflicht zu nehmen. Die angemessene Förderung von Kindern und Jugendlichen müsse gemeinsames Ziel in Bund, Ländern und Kommunen sein – sie müsse systematisch strukturell verankert werden.


Weitere Informationen

„Übergänge mit System – Fünf Forderungen für die Neuordnung des Übergangs von der Schule in den Beruf“
Broschüre der Bertelsmann Stiftung
Broschüre „Übergänge mit System“ (4kB)

„Fachkräfte & kommunale Koordinierung: Berufseinstiege lokal gut gestalten“
Kieler Erklärung der
„Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative“ anlässlich ihres Jahresforums in Kiel am 1./2. Februar 2012
Kieler Erklärung (41kB)

Bericht der ressortübergreifenden Arbeitsgruppe zur besseren Abstimmung der verschiedenen Programme und Förderinstrumente für junge Menschen (Ressort-AG Übergang Schule – Beruf) vom 21. Dezember 2011
Bericht der ressortübergreifenden Arbeitsgruppe zur besseren Abstimmung der verschiedenen Programme und Förderinstrumente für junge Menschen (183kB)

Kohärente Förderung

Federführung:
IB
Olaf Rother
E-Mail

Veröffentlichungen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Alle Veröffentlichungen finden Sie hier.