Ausbildung

In Deutschland hatten 2016 fast zwei Millionen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss – und dies trotz anhaltender günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingun-gen. Beunruhigend ist diese hohe Zahl auch deswegen, weil für Menschen ohne berufliche Ausbildung das Risiko der Arbeitslosigkeit deutlich höher ist. Wird dagegen die Seite des An-gebots an Ausbildungsplätzen betrachtet, so zeigt sich, dass paradoxerweise viele Ausbil-dungsplätze unbesetzt bleiben und sich immer mehr Betriebe aus der Ausbildung zurückzie-hen, die bisher Jugendliche ausgebildet haben.
Das Problem liegt damit nicht in einem ungleichen Verhältnis von angebotenen Ausbildungs-plätzen und ausbildungssuchenden Personen, sondern im sogenannten „Passungsproblem“. Dies bedeutet, dass z.B. Betriebe regional keine Bewerber finden bzw. dass entsprechende Bewerber für diese Berufe nicht hinreichend mobil sind. Außerdem finden sich Unterschiede in der Beliebtheit zwischen verschiedenen Ausbildungsberufen, so dass für einige Ausbil-dungen ein Überangebot besteht und für andere die Bewerber fehlen. Von den Betrieben wird außerdem mitunter angeführt, dass die Bewerber keine ausreichende Ausbildungsreife mitbringen. Aber auch von Bewerbern wird angegeben, dass der vorgegebene Ausbildungs-rahmen in bestimmten Lebenslagen (z.B. Alleinerziehend) für sie nicht umsetzbar ist.
Hier besteht aus Sicht des Kooperationsverbundes deutlicher Handlungsbedarf, da es sowohl um die Berufsperspektive junger Menschen geht als auch um die Deckung des Fachkräf-tebedarfs der Wirtschaft. Bereits bestehende erfolgreiche Ansätze müssen aus unserer Sicht verstärkt genutzt und weiterentwickelt werden. Hierzu gehören sowohl Angebote des Ju-gendwohnens, wodurch die Mobilität der Jugendlichen gesteigert werden kann als auch die Verbesserung der Ausbildungsreife durch flankierende Maßnahmen wie die Assistierte Aus-bildung. Der Kooperationsverbund wird entsprechend kritisch die politische Entwicklung im Bereich der Ausbildung verfolgen, sich in die Debatte einmischen und Handlungsoptionen aufzeigen.

Ausbildung

Federführung:
BAG KJS
Dr. Michael Herkendell
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